Gunnar Brustad-Nilsen begann die Zusammenarbeit mit Metier im Jahre 1998, als das Unternehmen noch zu ABB Offshore Technology gehörte. Die Tätigkeiten in den verschiedenen ABB-Betrieben entwickelten sich mehr und mehr in Richtung Projektorientierung - weg von der eigentlichen Fertigung. Bald war Bedarf für ein internes Schulungsprogramm im Bereich Projektmanagement vorhanden. "Als wichtiger Akteur im Bereich Projektmanagement konnte Metier mit Erfahrungen aus der Praxis aufwarten, und das branchenunabhängig", erläutert Gunnar Brustad-Nilsen, und fügt hinzu: "Gleichzeitig wollten wir aber dem Programm auch unsere eigene Note verleihen. Wir wollten, dass die Kurse den Geschäftsbereich und die Arbeitsprozesse, die wir zur Erstellung unserer Produkte durchlaufen, widerspiegeln.
"Bei den Kursen muss die Kerntätigkeit des Unternehmens im Mittelpunkt stehen", fügt der Geschäftsführer der Metier Academy, Halvard Kilde, hinzu. Er war von Anfang an bei der Entwicklung des Schulungsprogramms dabei, das seinerzeit auf die Verhältnisse bei ABB abgestimmt wurde. Später wurde es überarbeitet und auf die Projektarbeiten bei Vetco abgestimmt.
Vetco kann auf viele Jahre Erfahrung als einer der größten Zulieferer für die Öl- und Gasindustrie zurückschauen. Vorausgesetzt Vetco hat überhaupt die Zeit für eine Rückschau. Derzeitig boomt die Ölindustrie und die Unternehmen sind auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Daher ist es sehr wichtig ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Kilde ist überzeugt, dass Unternehmen, die die berufliche Entwicklung ihrer Mitarbeiter ernst nehmen, diejenigen sein werden, die langfristig gewinnen werden.
"Es ist wichtig, fähige Projektmanager zu halten, und daher muss Projektmanagement ein Weg zu einer Karriere sein. Wichtiges Element sind Weiterbildungsmöglichkeiten durch ein maßgeschneidertes Kompetenzentwicklungsprogramm, zu dem sowohl ein Punktesystem als auch eine Zertifizierung gehören." Gunnar Brustad-Nilsen nickt. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen etwas, wonach sie streben können, und die Zertifizierung ist wichtig, um die Kompetenzsteigerung im Betrieb zu messen", fügt er hinzu.
Trotz großer Arbeitsbelastung haben sich seit 1998 über 1.000 Beschäftigte in den Unternehmen Vetco und ABB Zeit zur Teilnahme am Ausbildungsprogramm für das Projektmanagement genommen. Für Vetco hat Metier ein eigenes Portal eingerichtet, in das sich die Mitarbeiter einloggen, und an einem oder mehreren Kursmodulen teilnehmen können, wann immer es ihnen passt. "E-Learning ist sehr kostengünstig. 75 % der Zeit, die die Kursteilnehmer für E-Learning aufwenden, liegen außerhalb der Arbeitszeit", erklärt Halvard Kilde und ergänzt: "In einem Betrieb wie Vetco ist es ja nicht der Kurs, der die meisten Kosten verursacht, sondern die Zeit, die die Beschäftigten deswegen nicht arbeiten können."
Metier führte 2001 einen E-Learning-Kurs bei ABB ein. Damals fanden 80 % der Kurse als eine Art Klassenunterricht im Unternehmen statt und 20 % als E-Learning. Heute ist es umgekehrt. "Dass unsere Mitarbeiter heute an ihren eigenen Computern sitzen und den Kursus durchführen können, ist ein wichtiges Kriterium", stimmt Gunnar Brustad-Nilsen zu. "Und interessant ist, dass die Prüfungsergebnisse jetzt bei mehr E-Learning besser sind als beim herkömmlichen Präsenzunterricht", ergänzt Kilde.
Mit über 9.000 Beschäftigten in mehr als 30 Ländern wäre es zu teuer und zeitraubend, alle Kurse als ‚Präsenzunterricht’ durchzuführen. E-Learning bietet den Mitarbeitern/innen nicht nur eine Ausbildung in Projektmanagement, sondern auch die Möglichkeit, virtuelles Arbeiten zu üben und über Landesgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. „Für uns ist es wichtig zu gewährleisten, dass alle Projekte weltweit nach den gleichen Prinzipien durchgeführt werden. Auf diese Weise können die Fertigungsstätten von Vetco, die sich überwiegend in Norwegen und Großbritannien befinden, die Vorteile eines Großbetriebs besser nutzen. Wir können nicht an einem Houston- und einem Perth-Projekt arbeiten. Es muss ein Vetco-Projekt sein“, unterstreicht Gunnar Brustad-Nilsen, und fügt hinzu: „Wir müssen sicherstellen, dass Projektmanager und andere am Projekt Beteiligte die gleiche Sprache sprechen und die gleiche Vorstellung zur Durchführung unserer Projekte haben.“
Brustad-Nilsen und Halvard Kilde, beides erfahrene Projektmanager, betonen die Wichtigkeit der fortlaufenden Vermittlung von Erfahrungen und Wissen und dessen, was sie Best Practice nennen – von Projekt zu Projekt. Auf diese Weise kann bei allen Projekten Nutzen aus neuem Wissen gezogen werden, des Weiteren können Erfahrungen aus früheren Projekten in neue mit einfließen. Im Projektportal für Vetco können Projektleiter und Projektmitarbeiter/innen Erfahrungen austauschen und sich des Wissens bedienen, das für das jeweilige Projekt geeignet ist.
An die Lieferanten in der Öl- und Gasbranche werden seitens der Behörden und der Kunden immer höhere Anforderungen gestellt. „Möchten Sie mit den Großen im Geschäft arbeiten, müssen Sie belegen können, dass Sie die formalen Kompetenzen im Bereich Projektleitung erfüllen, über zertifizierte Projektleiter verfügen und die Vorgehensweisen definiert sind. Heute werden darüber Nachweise gefordert“, sagt Gunnar Brustad-Nilsen.
Gunnar Brustad-Nilsen und Halvard Kilde sind sich einig, dass es auf dem heutigen Markt entscheidend ist, Projekte zufriedenstellend durchzuführen. Aber was macht ein Projekt erfolgreicher als ein anderes? Dass es rechtzeitig fertig wird oder wirtschaftlich etwas einbringt? „Dass es professionell durchgeführt wurde“, kommt ohne Umschweife von Halvard Kilde, der hinzufügt: „Sie können den Kunden besser betreuen, da Sie gezielt mit ihm kommunizieren können und genau wissen, welche Erwartungen er an Sie als Lieferanten hat. Sie können auch besser mit Änderungen umgehen. Und Sie können sich mit dem Kunden besser über Geschäftliches austauschen, z. B. über die Verteilung von Risiken oder was darüber im Vertrag stehen sollte.“ Gunnar Brustad-Nilsen fügt hinzu: „Der Kunde ist zudem zufriedener, da er die Lieferung rechtzeitig und zu den vereinbarten Kosten erhält. Außerdem haben wir einen höheren Gewinn. Schließlich ist es wichtig, viele motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben, Beschäftigte, die ihre Arbeit interessant finden und sehen, dass sie etwas schaffen. Sie sollen nicht nur die eigentliche Arbeit bewältigen, sondern auch Anregungen für unsere Best Practice geben, die in andere Projekte einfließen können. Das bringt uns als Unternehmen voran!“